Vom Stall in den Wald – Forst- und Hofarbeiten vereint

Vom Stall in den Wald – Forst- und Hofarbeiten vereint

Winterarbeit auf dem Bauernhof umfasst vielfältige Aufgaben, die oft mit Pflege und Erhaltung von Waldflächen und Hecken verbunden sind. Forstarbeiten spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sichern die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes, die Pflege von natürlichen Hecken und setzen Viehtriebwege instand, fördern den Baumbestand und sorgen für die Versorgung mit Brennholz und Baumaterial. Heute stehen wichtige Forstarbeiten an. Um Gefahren vorzubeugen, mussten Fichten entlag des alten Viehweges in Solingen gerodet werden. Diese waren vom Borkenkäfer befallen. Damit diese nicht auf die Straße oder das Nachbargelände fallen, mussten sie entfernt werden. Parallel dazu wurde der Viehweg freigeschnitten, damit er wieder gut nutzbar ist. Dafür wurden die Lehrlinge Lotta, Louis und Jan eingeteilt, um das notwendige Werkzeug vorzubereiten, und unter Anleitung von Mareile und Stefan die Arbeiten durchzuführen. Sicherheit und Teamarbeit stehen dabei im Vordergurnd. Aus den Fichten wurden Bretter, Balken und Dachsparren gesägt. Mit einer Kreissäge mussten zusätzlich Zaunpfähle fürs Frühjahr  gespitzt werden. Sämtliches Holz wird für Viehzäune, Ställe und Kaminholz wiederverwendet. Neue Bäume wurden bereits gepflantzt. Mit viel Freude an der Arbeit endete der Arbeitstag und nun kann das Frühjahr kommen.

Spalter

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Rehkitzsuche vor der Wiesenmahd

Rehkitzsuche vor der Wiesenmahd

Der Schutz von Rehkitzen während der Mäharbeiten ist ein wichtiges Thema im Bereich der Landwirtschaft und des Naturschutzes.

 

Auch im zweiten Schnitt suchen wir unsere Felder wieder ab, um Wildtiere wie Rehkitze und Kaninchen zu schützen. Hintergrund ist die Brut- und Setzzeit. Rehkitze werden meist im Mai und Juni geboren. In den ersten Wochen ihres Lebens bleiben sie reglos im hohen Gras liegen, um vor Fressfeinden geschützt zu sein. Diese natürliche Schutzstrategie macht sie jedoch während der Mäharbeiten besonders gefährdet.  Technologische Hilfsmittel wie der Drohne mit Wärmebildkameras ermöglicht es, die Wiesen vor dem Mähen auf versteckte Kitze abzusuchen. Drohnen sind besonders effektiv in den frühen Morgenstunden, wenn der Temperaturunterschied zwischen den Kitzen und ihrer Umgebung am größten ist. Einige moderne Mähmaschinen sind  bereits mit Infrarot-Sensoren ausgestattet, die vor Tieren im Gras warnen und den Mähvorgang automatisch stoppen können. Vor dem Mähen werden die Flächen von Helfern, Jägern und uns abgesucht, um die Kitze aufspüren und in Sicherheit zu bringen. Speziell ausgebildete Hunde können ebenfalls zur Suche nach Rehkitzen eingesetzt werden. Diese Hunde sind darauf trainiert, die Kitze zu finden, ohne sie zu verletzen oder zu verschrecken.  Unsere lokalen Jäger und Förster haben oft gute Kenntnisse über das Vorkommen von Wildtieren und bieten wertvolle Unterstützung. Eine gute Absprache zwischen Landwirten, Jägern und Helfern kann helfen, Schutzmaßnahmen effektiv zu koordinieren.  In vielen Regionen gibt es gesetzliche Regelungen, die den Schutz von Wildtieren während landwirtschaftlicher Arbeiten vorschreiben. Verstöße können zu Strafen führen. Die Praxis zeigt, dass der Einsatz von Drohnen und anderen technischen Hilfsmitteln und das intensive Absuchen die Zahl der verletzten oder getöteten Rehkitze deutlich reduzieren kann. Die Schutzmaßnahmen sind in der  jährlichen Wiesenmahd fest eingeplant und genießen hohe Akzeptanz in der landwirtschaftlichen Gemeinschaft.

Rehkitz im Kleegras

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Rehkitz im Kleegras

Der Schutz von Rehkitzen beim Mähen erfordert eine Kombination aus präventiven Maßnahmen, technologischen Hilfsmitteln und enger Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Helfern. Durch den Einsatz moderner Technologien und die Umsetzung bewährter Praktiken können viele Rehkitze vor Verletzungen oder dem Tod bewahrt werden.

 

 

 

 

Im Urwald

Im Urwald

Eiche mit Herbstfärbung
 

Zu unserem Betrieb gehören auch 4 ha Wald. Hierbei handelt es sich um einen reinen Naturwald. Naturwälder sind für die biologische Vielfalt und als Beitrag zum Klimaschutz sehr wertvoll. Hier dürfen die Bäume unbeinträchtigt alt werden und auch in abgestorbenem Zustand im Wald bleiben. So entstehen immer wieder verschiedene Lebensräume von denen seltene und von alten Wäldern abhängige Arten profitieren.

Ein roter Fliegenpilz in voller Pracht
Ein Blindschleiche huscht bei der Waldvisite an uns vorbei

Gerade bei klimatischen Veränderungen, wie wir sie aktuell immer wieder erleben, sind naturnahe Wälder robuster. Wesentliche Vorteile naturnaher Wälder sind viele alte und dicke Laubbäume wie Buchen und Eichen, ein geschlossenes Blätterdach und große Mengen von lebendem und abgestorbenen Holz. Durch Speicherung und Verdunstung von Wasser, das sowohl im lebenden wie im abgestorbenen Holz vorhanden ist, bildet der Wald ein eigenes Klima. Hitzeperioden wie 2019 werden so besser abgepuffert. Daher hoffen wir, dass unser Wald auch weiterhin Dürre und Hitzeperioden besser unbeschadet übersteht.

 

Große alte Buchen rauschen besonders schön